
Daten, Zahlen, Fakten
Die Region Mitte im Überblick
Das Kernstück des Stadtbezirks1 bildet die historische Altstadt, die in etwa vom Altstadtring umgrenzt wird. Hier nahm die Münchner Stadtgeschichte mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr1158 ihren Anfang.
Zu wesentlichen Teilen im Zweiten Weltkrieg zerstört, erfolgte der Wiederaufbau der Altstadt unter Erhaltung derstadtbildbestimmenden Monumentalbauten wie Kirchen, die ehemalige königliche Residenz, das Nationaltheater, die Feldherrnhalle, der Alter Hof, Altes und Neues Rathaus unter Beibehaltung der historisch gewachsenen Stadtstruktur.
Der Residenzkomplex im nordöstlichen Altstadtbereich beherbergt als bedeutendes Kulturerbe heute Museen und Sammlungen,Theater und Konzertsäle. Das westlich anschließende, frühere Kreuzviertel ist das Banken- und Büroviertel der Altstadt, in dem sich auch öffentliche und kirchliche Verwaltungen konzentrieren.
Die Haupteinkaufsstraßen zwischen Karls- und Isartor, bzw. Odeonsplatz und Sendlinger Tor folgen den alten, die Altstadt kreuzenden Handelsstraßen. Zu Füßen der Stadtpfarrkirche St. Peter hat sich der Viktualienmarkt zu einem kulinarischen Zentrum mit Spezialitäten aus aller Welt entwickelt.
Mit der Einweihung der Synagoge, des jüdischen Gemeindezentrums und des jüdischen Museums wurde die Innenstadt um einen neuen städtebaulichen und kulturellen Kristallisationspunkt bereichert.
Trotz der hohen Einzelhandels- und Dienstleistungskonzentration ist die Wohnfunktion, vor allem im südlichen Altstadtbereich, noch stark ausgeprägt, jedoch übersteigt die Zahl der Arbeitsplätze die der Altstadtbewohnerinnen und -bewohner um ein Vielfaches. Demographisch gesehen ist die Altstadtbevölkerung sehr unausgeglichen. Alteingesessenen Bewohnerinnen und Bewohnern steht eine typische City-Bevölkerung mit jüngeren, erwerbstätigen Ein- und Zwei-Personen-Haushalten gegenüber.
Das Lehel ist die älteste unter Münchens Vorstädten und wurde bereits 1724 in den Münchner Burgfrieden einbezogen. Natürliche Grenzen bilden die Isar im Osten und die ausgedehnten Parkanlagen des Englischen Gartens im Norden. Tangential zum Englischen Garten verläuft Münchens „Museumsmeile“ (Prinzregentenstraße)mit sechs Museen und dem Haus der Kunst..
Die Maximilianstrasse beginnt in der Altstadt und führt durch das Lehel hinauf zum Maximilianeum, dem Sitz des Bayerischen Landtags. Durch Sanierung und Modernisierung der noch zahlreich vorhandenen Altbausubstanz und der Restaurierung alter Fassaden hat das Viertel eine Aufwertung erfahren, welche sich auch auf die Sozialstruktur ausgewirkt hat. Diese ähnelt derjenigen der Altstadtbevölkerung, nur mit dem Unterschied, dass Familien mit Kindern hier noch häufiger anzutreffen sind.
Der 2. Stadtbezirk, aus der Zusammenlegung der Ludwigsvorstadt mit den Isarvorstädten entstanden, umschließt die südliche Hälfte der Altstadt. Strukturen und Funktionen des Stadtbezirkes sind viertelspezifisch sehr unterschiedlich ausgeprägt und von der jeweiligen Entwicklungsgeschichte beeinflusst: Das Bahnhofsviertel, im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, wurde mit Wohn- und Geschäftshäusern wieder aufgebaut. Neben Groß- und Einzelhandelskonzentrationen ist in diesem Viertel das Hotel- und Gaststättengewerbe zahlreich vertreten. Auf einem Areal östlich der Hackerbrücke befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof.
Das Wies’nviertel (dessen Name sich von der Theresienwiese als Veranstaltungsort für das weltbekannte Oktoberfest ableitet) wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als repräsentatives Villen- und Mietshausviertel konzipiert. Heute dominieren dort Bürofunktionen. Östlich an das Wies’nviertel schließt das Klinikviertel an, mit den Innenstadtkliniken der Universität und zahlreichen angegliederten Instituten.
Das Schlachthof-, Glockenbach- und Gärtnerplatzviertel sind aus gründerzeitlichen Stadterweiterungen hervorgegangene Mietshaus- und Gewerbeviertel. Sie verfügen auch heute noch über einen sehr hohen, größtenteils gepflegten Altbaubestand. Durch Ausweitung von Cityfunktionen und Umnutzungen aufgege -
bener Industrie- und Gewerbeflächen hat sich die traditionelle Gewerbestruktur gewandelt und der tertiäre Bereich als maßgeblicher Arbeitsplatzanbieter in diesen Vierteln etabliert.
Nach wie vor von großer wirtschaftlicher Bedeutung für München ist der Schlacht- und Viehhof mit dem Fleischgroßmarkt und den zahlreichen Groß- und Einzelhandelsbetrieben des Metzgerhandwerks und des Zulieferbereichs. Durch die Modernisierung/Sanierung alter Wohngebäude und der daraus resultierenden Anhebung des Mietniveaus, sowie durch die Errichtung von Eigentumswohnungen auf früheren Gewerbeflächen,
ist die Sozialstruktur in einzelnen Bezirksteilen in Veränderung begriffen: Der Altersaufbau der Bezirksbevölkerung verjüngt sich und die Zahl der Einpersonenhaushalte wächst stetig. Am deutlichsten wird dieser Prozess in den früheren Wohnquartieren der „einfachen Leute“ im Glockenbach- und Schlachthofviertel sichtbar. Auf der anderen Seite weisen eine vergleichsweise hohe Anzahl von Arbeitslosen und ein deutlich über dem Stadtdurchschnitt liegender Ausländeranteil auf soziale Problemlagen in einzelnen Teilen des Stadtbezirks.
Im Stadtbezirk 3, nach dem ersten bayerischen König Maximilian I. Joseph „Maxvorstadt“ genannt, sind nach der Stadtgebietsneugliederung die früheren Stadtbezirke 5, 6 und 7 (Maxvorstadt-Universität, Maxvorstadt-Königsplatz-Marsfeld und Maxvorstadt-Josephsplatz) zusammengefasst worden. Er schließt sich zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an den nordwestlichen Sektor der Altstadt an und wird im Osten durch den Englischen Garten begrenzt. Die Maxvorstadt, ist das Zentrum des klassizistischen Münchens. Stadtbildprägend sind die Ludwig- und Brienner Straße, der Odeons-, Wittelsbacher-, Karolinen- und Königsplatz mit ihren Bauten. Kennzeichnend für diesen Stadtbezirk ist die „geballte Dichte“ von Einrichtungen im kulturellen/künstlerischen Bereich, wie bedeutende Museen und Sammlungen (Alte und Neue Pinakothek, Lenbachhaus mit Kunstbau, Grafische Sammlung, Glyptothek und Antikensammlung, Museum kirchlicher Kunst im Georgianum) sowie die Akademie der Bildenden Künste und die Hochschule für Musik. Mit der Eröffnung der Pinakothek der Moderne im September 2002 und des Museums Brandhorst im Mai 2009 sind weitere kulturelle und städtebauliche Glanzlichter hinzugekommen.
Die Ludwig-Maximilians-Universität, die Technische Universität, die Hochschulen für Politik und Philosophie, die Fachhochschule, das Historische Kolleg, das Orff-Zentrum, die Staats- und Universitätsbibliothek sowie die Staatsarchive machen die Maxvorstadt zu einem Zentrum der Wissenschaft. Aber auch wichtige Hauptverwaltungen von Banken, Versicherungen, Konzernen und Versorgungsunternehmen haben hier ebenso ihren Sitz wie derBayerische Rundfunk, das Landeskriminalamt, ein Großteil der Münchner Finanzämter und Gerichte, sowie eine Großbrauerei. Die Konzentration von Arbeitsplätzen und die hohe Anzahl der Studierenden (knapp 90 000) haben dazu geführt, dass sich in diesem Stadtbezirk tagsüber in etwa viermal soviel Menschen aufhalten als tatsächlich dort wohnen.
Westlich des Hauptbahnhofes, auf dem Gelände des ehemaligen Containerbahnhofes, ist mit dem „Arnulfpark“ein neues Siedlungsgebiet mit Wohnungen für über 2 000 Einwohnerinnen und Einwohner entstanden. Die Planung auf dem 27 ha großen Areal sieht auch Raum für ca. 7 300 Arbeitsplätze vor.
Die Maxvorstadt ist vor allem rund um die Hochschulen und die Kunstakademie ein typisches Akademiker- und Studentenviertel. Entsprechend stark vertreten ist die Altersgruppe der 20- bis 30jährigen, also die Bewohnerinnen und Bewohner im Studentenalter, während Kinder unter 15 Jahren, wie auch alte Menschen zahlenmäßig zurücktreten. Überdurchschnittlich hoch ist folglich auch der Anteil an Einpersonenhaushalten (mit hoher Fluktuation). Ursache hierfür ist nicht zuletzt die Wohnungsstruktur im Viertel, mit einem hohen Anteil an Ein- und Zweizimmerwohnungen; zwei Drittel des Wohnungsbestandes stammen aus der Zeit nach 1945.
Quelle: Statistisches Amt der Landeshauptstadt München, Statistisches Taschenbuch 2009
Außerdem...... eine Besonderheit der REGSAM Region Mitte sind die vielen überregional arbeitenden sozialen Einrichtungen,die nicht nur für diese Region zuständig sind, sondern für das gesamte Münchener Stadtgebiet.
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